Schon zu Zeiten des Mittelalters wurde der Geburtstag gefeiert, wobei es lediglich den adeligen Kreisen vorbehalten war. Dies war vor allem darin begründet, dass viele nieder gestellte Leute weder ihr Lebensalter noch ihr Geburtsdatum kannten.
Der Namenstag
Der Namenstag wurde erst wesentlich später gefeiert, da dieser erst in der Reformationszeit von der katholischen Kirche propagiert wurde. Durch die kritische Einstellung der Protestanten gegenüber der Verehrung der Heiligen versuchte die katholische Kirche, ihre Heiligen zu popularisieren, indem man den Namenstag fokussierte. Dies ging sogar soweit, dass man Katholiken dazu aufrief, die Kinder nur nach Heiligen zu benennen und den Namenstag des jeweiligen Heiligen als großes Fest zu zelebrieren. Während die Katholiken den Namenstag feierten, war bei den Evangelischen der Geburtstag der Anlass zum feiern.
Diese katholische Propaganda blieb bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgreich. Doch durch Modernisierung und Individualisierung der Gesellschaft wurde auch unter den Katholiken der Geburtstag immer populärer und der Namenstag verlor an seiner Bedeutung.
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte diese Entwicklung ihren Höhepunkt, denn auch die katholische Kirche wollte den Namenstag nicht mehr propagieren. Dies war vor allem mit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965) begründet, an dem beschlossen wurde, dass die Heiligen während der Ökumene bei konfessionellen Meinungsverschiedenheiten aus der Kirche ausgeschlossen werden konnten und so die Kirche selbst kein erwähnenswertes Engagement für die Verehrung der Heiligen zeigte.
Der heutige Geburtstag
Heutzutage wird der Geburtstag unabhängig von der Konfession gleich gefeiert. Das Geburtstagskind erhält neben Glückwunschkarten und Geburtstagstorte natürlich auch Geburtstagsgeschenke. Gefeiert wird üblicherweise im Verwandten- und Bekanntenkreis, wobei es bei Kindern üblich ist, zusätzlich einen Kindergeburtstag abzuhalten.





